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Was Arme so auf Lager haben

Uferstudios: WILHELM GROENER »becoming undone – PART III«

Günther Wilhelm steht auf der Bühne im Studio Eins der Uferstudios. Um ihn herum sind an beiden Seiten schwarz glänzende, runde Caféhaus-Tische arrangiert. Das Studio ist zu einem Café-Performance-Raum mutiert. Kaffee ist allerdings nicht im Angebot. Dafür gibt es am Ende geschmacklich fragwürdige, aber in herrlichen Farben schillernde Getränke.
»Becoming unone« – »Ungeschehen werden«, lautet der schöne Titel des Abends. Es ist der dritte Teil einer Serie. Zu Beginn steht Günther Wilhelm auf der Bühne, um das Prinzip zu erklären. Nicht, indem er spricht, sondern indem er seinen Arm nach oben schnellen lässt. Womit wir schon bei der ersten Frage wären: Wie konnte das passieren? Denn das Ganze geschieht in reflexhafter Geschwindigkeit, und es ist nicht erkennbar, von welchen Muskeln die Bewegung ausgelöst sein könnte. Fängt es einmal an, hört es nicht mehr auf. Die Arme haben noch viel mehr auf Lager: Kreiseln und Wellenschlagen zum Beispiel. Und manchmal muss der ganze Körper mit.
Zwischen den Impulsen knäulen sich einzelne Worte aus Wilhelm heraus. Irgendetwas scheint da ganz systematisch zu arbeiten, zu wandern, sich zu brechen und zu transformieren. Widersprüchliches zu sortieren, ganz fein und akribisch, um dabei gleichzeitig den Widerspruch noch einmal in eine andere Umlaufbahn zu bringen, das ist etwas, dem die aus Mariola Groener und Günther Wilhelm bestehende Performancegruppe WILHELM GROENER in immer wieder verblüffend neuen Fragen und Wendungen auf der Spur ist. Strenge Wissenschaft über elektromagnetische Lichtwellen etwa kippt in Seifenblasen-Kinderspiel. Zu Sphärenklängen hört man eine esoterische Lichtphilosophie, die wiederum dadurch gebrochen wird, das Günther Wilhelm an einem der Cafétische synchron die Übersetzung in ein Notebook tippt, die in eckigen Buchstaben auf die Bühnenrückwand projiziert wird. Ein eigenwilliger, schöner Abend.

Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung, 09.12.2016

 

 

 

The surprising things arms can do

Uferstudios: WILHELM GROENER »becoming undone – PART III«

Günther Wilhelm stands on the stage of Studio One at the Uferstudios. Arranged about him, to either side, are round café tables, shiny and black. The studio has mutated into a café performance space, though no coffee is being served. Instead, at the end there are drinks – of questionable flavour, yet splendid in their dazzling colours.

The evening’s programme bears the engaging title »becoming undone«. It is the third part in a series. It opens with Günther Wilhelm explaining the principle of the piece. Not by speaking, but by jerking his arm upwards. Which poses the first question: what brought that about? The whole thing happens at reflex-like speed, without a trace of any muscle having triggered it. Once it has begun, it doesn’t stop. His arms have much more in store, such as gyrations and wave motions. And sometimes they take his whole body with them.

Amidst the kinetic impulses, individual words burst forth from Wilhelm. Something seems to be at work, systematically roaming, breaking, transforming. Sorting out the contradictory, finely and meticulously, and at the same time launching the contradiction into a different orbit: that is something that the performance group WILHELM GROENER, made up of Mariola Groener and Günther Wilhelm, doggedly pursue, with new questions, twists, and turns that never cease to amaze. Rigorous science on electromagnetic light waves, for example, topples into bubble-blowing child’s play. Surrounded by ethereal sounds, the audience listens to an esoteric philosophy of light, which in turn is broken up by Wilhelm, who sits at one of the café tables simultaneously typing the translation into a laptop while the angular letters are projected onto the back wall of the stage. A highly enjoyable evening with a mind of its own.

Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung, 9 December 2016

 

Leise rieseln die Blasen

Baumarktästhetik zum Staunen und Entspannen: Der dritte Teil von WILHELM GROENERS Trilogie »becoming undone« in den Uferstudios

...Dass der Tänzer und die bildende Künstlerin ein eigenartiges Verhältnis zu eher unsinnlicher Gebrauchsmaterie haben, ist schon in früheren Stücken aufgefallen. Eine Art Baumarkt-Ästhetik, mittels derer sie einen Zustand herstellen, der poetisierend auf das Wahrnehmen wirkt [...] Es gibt nichts Gefühlsduseliges, nichts Magisches, nichts Effekthascherisches. Alles ist, was es ist. Und das ist: letztlich unbegreiflich. [...| Die Trilogie über das »Ungeschehen werden« – oder auch das auf den Ursprung zurückgeführt Werdens – ist in ihrem immateriellsten Teil angekommen. »Rauschen«, »Lichter Tanz«, »Lichtzwang«, »Welle«, »Lichtzauber« etc. heißen die einzelnen Sequenzen. So sphärisch sich das anhört, so konkret sind die szenischen Entsprechungen zu den Begriffen...

Astrid Kaminski, 10.12.2016, www.tanzraumberlin.de
zum ganzen Artikel: http://tanzraumberlin.de/Wilhelm-Groener--1640-0.html

 

 

 

Softly flutter the bubbles

Hardware-store aesthetics for astonishment and relaxation: the third part of the WILHELM GROENER trilogy »becoming undone« at the Uferstudios.

...that the dancer and the visual artist have a peculiar relationship to rather unsensual utilitarian subject matter was apparent in earlier pieces as well. A kind of hardware-store aesthetic, by which they create a state that has a poeticizing effect on perception [...] There is nothing sentimental, nothing magical, nothing gimmicky. Everything is simply what it is. And that is: ultimately ungraspable. [...] The trilogy about »becoming undone« – or being led back to the origin – has come to its most immaterial instalment. The individual sequences are
titled »Swoosh«, »Light Dance«, »Enforcement«, »Enchantment«, »Wave«, etc. – and they are rendered every bit as concretely as the terms themselves sound ethereal...

Astrid Kaminski, 10 December 2016, www.tanzraumberlin.de

 

Verliebt ins Dazwischen

Das Künstlerduo Wilhelm Groener schnürt anregende Performancepakete. In der neuen Produktion »becoming undone – Part III« macht es Lichtforschung

Zwei Menschen und 2.000 Ping-Pong-Bälle als Wimmelbild der Möglichkeiten: Willkommen im Performance-Kosmos von WILHELM GROENER. Mariola Groener und Günther Wilhelm, die Köpfe hinter dem künstlerischen Pseudonym, hatten im August 2015 zum Auftakt ihrer jüngsten, mehrteiligen Körperrecherche in das Kunstquartier Bethanien geladen. In »becoming undone – Part I«, einem Hybrid zwischen Ausstellung und Performance, ließ sich gut beobachten, welche Pfade das Kreativgespann aktuell beschreitet. Mit Anleihen quantentheoretischer Texte im Ärmel ging es in der Versuchsanordnung darum, Körperbilder und Objekte fortwährend in Beziehung zueinander zu setzen. Das Publikum auf einer Empore durfte sich bei diesem Mikro-Makro-Schauspiel wie in einer Laborsituation fühlen. [...]
Beim Betreten der stets präzise ausgetüftelten Bühnenwelten von WILHELM GROENER kommt man nicht umhin, die eigene Wahrnehmungsbrille genauer zurechtzurücken. Bei »becoming undone – Part III« wird das nicht anders sein. Nachdem der Mittelteil das Thema Wandelbarkeit unter die Lupe nahm, soll das Zyklusfinale nun ganz der Wechselwirkung von Licht und Körpern gehören.

Annett Jaensch, zitty, 06.12.2016
zum ganzen Artikel: https://www.zitty.de/becoming-undone-part-iii/

 

In love with the in-between

The artist duo Wilhelm Groener puts together compelling performance packages. Their new production »becoming undone – Part III« examines the nature of light

Two people and 2,000 ping-pong balls: a picture of teeming possibilities. Welcome to the performance cosmos of WILHELM GROENER. In August 2015, Mariola Groener and Günther Wilhelm, the minds behind the artistic pseudonym, kicked off their new multiple-part investigation of bodies at Kunstquartier Bethanien. In »becoming undone – Part I«, a hybrid of exhibition and performance, one could clearly recognize the path the creative team has recently embarked on. With borrowings from quantum-theoretical texts up their sleeve, the duo set in motion an experimental arrangement that placed objects and body images in perpetual relationship to one another. Observing from a gallery, the audience of this micro-macro spectacle must have felt as if it were in a laboratory. […] When entering the carefully worked-out stage-worlds of WILHELM GROENER, one can’t help but refocus one’s own lens of perception. This will surely also be the case with »becoming undone – Part III«. After probing the subject of mutability in the second part of the cycle, the finale is to be fully devoted to the interaction of light and bodies.

Annett Jaensch, zitty, 6 December 2016

 

 

Performative Erleuchtung

Dass man als Choregraf*in »an der Schnittstelle zur Bildenden Kunst« und »installativ« arbeite, gehört fast zum guten Ton (und heißt nicht immer viel). Im Fall der Künstlerin Mariola Groener und des Tänzers Günther Wilhelm – seit  2001 das Choreografen-Duo WILHELM GROENER – macht es jedoch Sinn, diese Selbstauskunft ernst zu nehmen. Ihre bisweilen hermetischen Arbeiten sind im Raum und mit Körpern gedachte Materialstudien, unaufgeregte Problemerkundungen, geduldiges, unvoreingenommenes Wahrnehmen einfordernd... So auch im letzten Teil der BECOMING UNDONE-Versuchsreihe, der sich nun spielerisch-experimentell dem Verhältnis zwischen Körpern und Licht widmet.

tanzraumberlin Magazin November/Dezember 2016

 

 

 

Performative Enlightenment

Saying that one is working »at the interface to the visual arts« and »installation-based« as a choreographer almost always sounds great (and doesn’t always mean much). Yet in the case of artist Mariola Groener and dancer Günther Wilhelm, who since 2001 have formed the choreographic duo WILHELM GROENER, it does make sense to take this self-assessment seriously. Their sometimes hermetic works are imaginary material studies employing bodies and space, equanimous problem explorations requiring patient, unprejudiced perception… And so it goes in the last part of their BECOMING UNDONE series, devoted to the relationship between bodies and light, in a playful and experimental way.

tanzraumberlin Magazin November/December 2016

 


Stücke von Antonia Baehr und des Künstlerduos WILHELM GROENER am HAU und in den Uferstudios

Eine schöne Koinzidenz zu Baehrs Prozess des Editierens durch Vergleichen, Verbinden, Gegenüberstellen ergab eine andere überzeugende Arbeit des Wochenendes: Die choreografische Installation »o.T.« in den Uferstudios bildete den Abschluss der K-Trilogie des Künstlerduos WILHELM GROENER und beinhaltete die Einladung, in Fragmenten aus Kafkas Tagebuch zu spazieren und in ein Found-footage-artiges Editieren von dessen Körperwahr-nehmungen einbezogen zu werden.

An vier Tagen hatte das Publikum Gelegenheit, die choreografisch-installativen Echoräume von Zitaten auf sich wirken zu lassen, sie aufzunehmen und zur medialen Verarbeitung mit nach Hause zu nehmen. Dafür, dass das Konzept aufgehen könnte, spricht die atmosphärische Dichte von »o.T.(AT)« drei- bis vierteiligen Stellagen, die Wände teils mit durchsichtiger Folie überzogen, teils ganz durchlässig, bildeten mal serielle Fächersträuße, mal verschattete Korridore als verwinkelten Raum im Raum, dessen graphische Strukturen in Schattenwürfen über die Wände wuchsen und sich dort mit weiteren live erzeugten Formelementen wie intuitiven Zeichnungen oder wabenartigen Zellpflanzungen vermischten.

Auf Zetteln und im Schreibmaschinentakt an die Wand gepinnt tauchten Kafka-Sätze auf wie »Sein eigener Stirnknochen verlegt ihm den Weg«. Sie scheinen wie katathymes Bilderleben aus dem Geschehen herauszuwachsen, oder umgekehrt, Irgendwann geht der Tänzer Günther Wilhelm tatsächlich auf seinen Stirnknochen als drittem Bein und schiebt sich so an die Winkel der Wände heran, dass sie einige Grade enger schnappen.

Seine Bewegungen entstehen meist aus den für dieses Projekt typischen Stauch-Streck-Dynamisierungen des Körpers, wie es etwa Raupen tun. Diese Variationen eines mehrtaktigen, durch Eigenschwingung erzeugten Fortbewegens übersetzen Kafka nicht, sie scheinen vielmehr aus der Sensibilisierung für Gewichtungen in seinem Körperdenken zu entstehen. Und das ist vielleicht überhaupt die choreografische Grundhaltung des Wochenendes: dass nichts mit sich selbst identisch sein kann, sondern nur in permanenter Bewegung aufeinander zu.

Nichts ist mit sich selbst identisch, sondern geht in Bewegung aufeinander zu.

Astrid Kaminski, taz, 23.02.2015


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Works by Antonia Baehr and artist duo WILHELM GROENER at HAU and in the Uferstudios
...
Another convincing work stood in happy concurrence alongside Baehr’s process of editing through comparing, combining and juxtaposing: the choreographic installation »o.T.(AT)« at the Uferstudios is the final part of artist duo WILHELM GROENER’s K-Trilogy and comprises an invitation to wander through fragments of Kafka’s diary entries and, in a kind of found footage editing process, become caught up with their physical resonance.

Over a period of four days, the choreographic installation offered the general public the opportunity to let an echo chamber of quotes take effect on them, to absorb the experience and take it home for further thought. The atmospheric density which allows the concept of »o.T.(AT)« to flourish, was lent by three to four sided frame racks, some spanned with transparent film, others empty, which formed at times serial fan-shaped constellations, shadowy corridors or contorted spaces in space whose graphic structures cast growing shadows over the walls where they become mixed with other live generated formal elements such as intuitive drawings or honeycombed cell cultures.
 
Sentences from Kafka like »The bone of his own forehead obstructs his way« appeared on notes and in swift typewritten letters on the wall. They seem to spring out of the events like Guided Affective Imagery, or vice versa. At some point dancer Günther Wilhelm really uses his forehead like a third leg to push himself up against the corners of the walls so that their angles close by a few degrees.

Wilhelm’s movements derive mostly from the caterpillar like compressing – stretching body dynamic which typifies the project. These variations on a multi-paced form of moving produced through natural waves do not transcribe Kafka; instead they seem to stem from a sharpened sensitivity for quantifiers in his physical perception. And that’s perhaps the choreographic standpoint of the weekend: that nothing is identical with itself, but rather only in continuous motion towards it’s other.

Nothing is identical with itself; instead it motions toward it’s other. 

Astrid Kaminski, taz, 23.02.2015

translation Yvonne Whyte

 

 

Tanzfabrik Berlin: »Open Spaces«

Frank Schmid über die Produktionen von WILHELM GROENER, Felix M. Ott, Sergiu Matis, die einen exemplarischen Eindruck vom aktuellen Stand der Berliner Tanzszene geben.

Mit welchen Themen, Ideen und Fragen beschäftigen sich derzeit die Künstler der Freien Tanzszene Berlins? Antworten auf diese Frage und einen Einblick in die riesige Berliner Tanzszene bietet »Open Spaces«, die Tanzplattform der Tanzfabrik in den Uferstudios. Gestern Abend waren dort gleich drei Produktionen zu sehen, die einen geradezu exemplarischen Eindruck vom aktuellen Stand der Berliner Tanzszene geben.


Installation, Performance und Choreographie

Zu sehen waren eine Installation mit Tanz, eine Performance mit choreographierter Bewegung und ein theorie- und ideensattes Tanzstück, das Abschied nehmen will von allem. Hier finden sich gleich einige der derzeit stark ausgeprägten Tendenzen in der Tanzszene: das Überschreiten der Genregrenzen, die starke Orientierung an der Performancekunst, die Nähe zur Bildenden und Multimedialen Kunst, das Aufnehmen von Theorien aus Theater- und Tanzwissenschaft, aus Philosophie, Sozial- und Kulturwissenschaft.
»Open Spaces«, »Offene Räume«, der Titel dieser Tanzplattform, die kein kuratiertes Festival ist sondern eine offene Plattform für Tanzkünstler, die mit der Tanzfabrik assoziiert sind, passt bei allen drei Stücken in Perfektion: alles ist im Werden und Entstehen, in Verwandlung und Auflösung, ein Suchen nach neuen Möglichkeiten.
WILHELM GROENER, das seit vielen Jahren in Berlin etablierte Künstlerduo, hat mit »o.T.(AT)« eine auf vier Stunden Dauer angelegte begehbare Installation entworfen. Das Publikum kann nach Belieben kommen und gehen, kann die Bühne in Besitz nehmen und selbst zum Teil der Installation werden.

Mariola Groener schiebt dünne, hohe, quadratische Holzrahmen, die z.T. mit Plastikfolie bespannt sind, zu immer neuen Konstellationen und Räumen zusammen, Labyrinthe, Zimmer, Vielecke, Keilformen, offene und geschlossene Räume.

Die Bühne ist im ständigen Wandel und so auch die Bewegungen, die Günther Wilhelm in die Raumskulpturen hineinwebt, wobei er sich an den Räumen ausrichtet und diese auch verändert, mit seinem Körper verschiebt und zugleich auf die anwesenden Zuschauer und ihre Verteilung im Raum reagiert. Raum und Bewegung sind also völlig offen, in unausgesetztem Entstehungs- und Entwicklungsprozess.

Frank Schmid, RBB Kulturradio, 20.02.2015

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Tanzfabrik Berlin: »Open Spaces«

Frank Schmid on productions by WILHELM GROENER, Felix M. Ott and Sergiu Matis providing an exemplary insight into the current state of Berlin’s independent dance scene.

What themes, ideas and questions are currently occupying artists in Berlin’s independent dance scene? »Open Spaces«, the Tanzfabrik’s dance platform at the Uferstudios offers answers to these questions and an insight into Berlin’s vast dance scene. Yesterday evening saw three productions which give a near to exemplary insight into the current state of Berlin’s independent dance scene.

Installation, performance and choreography

On the programme were an installation with dance, a performance with choreographed movement and a theory and idea-loaded dance work that seeks to absent itself from everything. This list features some of the most marked tendencies on the dance scene: the transcending of genre boundaries, a strong orientation towards performance art, a nearness to visual and media art, the taking on of theories from theatre and dance science, from philosophy, social and cultural science.

»Open Spaces«, the title of this dance platform which, rather than a curated festival, is an open platform for dance artists associated with the Tanzfabrik, fits all three works perfectly: everything is in process and coming into being, in transformation and disintegration, searching for new possibilities.
WILHELM GROENER, an established artist duo since many years in Berlin, showed »o.T.(AT)«, a four hour walk-in installation. The audience can come and go at will, take procession of the stage and become part of the installation.

Mariola Groener slides tall, thin quadratic wooden frames, some spanned with transparent plastic film, into ever new constellations and forms - labyrinths, compartments, polygons, wedge shapes, open and enclosed areas.

The stage is in a constant state of transformation and thus also the movements that Günther Wilhelm weaves into the spatial sculpture while orientating himself on given structural situations, adjusting them with his body and at the same time reacting to the physical presence and distribution of audience members in the space. Space and movement are therefore in an entirely open, continuous process of origination and development.

 

Frank Schmid, RBB Kulturradio, 20.02.2015

translation Yvonne Whyte

 

 


Das Raunen des Subtexts

WILHELM GROENER mit »K-Projekt – als ich die Treppe hinunterstieg um noch einen Abendspaziergang zu machen...« in den Uferstudios

Performances als Spaziergänge fürs Publikum zu gestalten
ist beliebte Praxis geworden. Auch das Künstlerduo WILHELM GROENER (Günther Wilhelm & Mariola Groener) hat seine
neueste Kreation als choreografischen Parcours angelegt.
Dabei mäandert uns der Titel „K-Projekt – als ich die Treppe
hinunterstieg um noch einen Abendspaziergang zu machen”
erst einmal so sperrig wie vielversprechend entgegen.
Eine Videosequenz am Anfang nimmt dieses enigmatische
Moment auf. Man folgt dem Kameraauge, wie es über
eine bizarr zerklüftete Landschaft aus - mutmaßlich –
Gipsklötzchen gleitet, riesenhaft vergrößert und verzerrt.
An Wahrnehmungsmustern schrauben, Dinge mal ganz
anders sehen können, das scheint die Klammer zu sein,
mit der das Stück zusammengehalten wird. Eingangs tritt
Günther Wilhelm in einem tastenden Solo auf, er wirkt wie
ein Suchender, justiert sich in seinen Posen immer wieder
neu, balanciert auf den Kanten seiner Sneaker.
Hochkonzentriert verläuft das Zwiegespräch mit Boden
und Wänden, es häufen sich Gesten des Abschüttelns von
imaginärer Bedrängnis. Irgendwann schließt Wilhelm die
Augen und auf den Lidern erscheint ein zweites gemaltes
Augenpaar und schaut geheimnisvoll in die Runde.
Der Subtext raunt einem dabei allerhand Kafkaeskes
ins Ohr. Aber was dem Einen so erscheint, mag beim
Nächsten ganz andere Assoziationen wecken. Das ist eines
der Markenzeichen von WILHELM GROENER: Sie weiten den
Deutungsraum und statten ihre Produktionen dadurch
mit einem ganz speziellen Tiefgang aus. Auffällig beim
K-Projekt ist auch die akustische Dimension.
Rudi Fischerlehner, Komponist und Schlagzeuger, unterlegt
das Geschehen teils mit Klopf- und Trommelgeräuschen.
Andere Passagen entwickeln auch ohne Begleitton ihre
ganz eigenen synästhetischen Reize, etwa wenn Wilhelm
eine riesige Schiefertafel mit krakeligen,
interpretationsoffenen Kreidezeichnungen bedeckt –
Rorschach lässt grüßen – und die Schabgeräusche markant
in den Raum dringen. Unaufdringliches Psychologisieren,
ein subtiles Arbeiten mit unterschiedlichen Ebenen,
das vermitteln die Miniaturen, die im K-Projekt
zusammengestellt sind. Am Ende führt eine einsame
Neonröhre einen mechanischen Tanz auf und entlässt
das Publikum im Halbdunkel der Bühne. Wer mag, macht
sich dann noch zu seinem eigenen Abendspaziergang auf.

Annett Jaensch, tanzpresse.de, 06.02.2014

 


The mummering subtext

WILHELM GROENER with »K-Projekt – as I went downstairs
to go for another evening walk...«
at the Uferstudios Berlin

Designing performances in the form of a walk for the audience
has become a popular practice. Artist duo WILHELM GROENER
(Günther Wilhelm & Mariola Groener) latest creation is also
set out as a choreographic promenade. The work’s title
“K-Projekt – as I went downstairs to go for another evening
walk” comes across meanderingly and is at once cumbersome
and promising. A video sequence at the beginning of the
piece takes up on this ambiguity. The eye of a camera glides
over a bizarre jagged landscape made, presumably, of plaster
blocks, hugely magnified and distorted. Undoing patterns
of perception and viewing things from entirely different angles
are the brackets that will hold this work together. Günther
Wilhelm enters with a tentative solo, searching, continually
adjusting his poses, balancing on the edges of his sneakers.
In a highly concentrated dialogue with floor and walls, more
and more gestures suggest the shaking off of imagined
difficulties. At some point Wilhelm closes his eyes only to
reveal a second pair drawn on his own eyelids and looks
mysteriously into the round. In an echo of Kafka, the subtext
rings in one's ears. But what suggests one thing to one
person can awake totally different associations in another.
This is one of the trademarks of WILHELM GROENER’s work:
they open up space for interpretation which in turn lends their
productions a very specific profundity.
The acoustic dimensions of the K-Projekt are also particularly
striking. Composer and percussionist, Rudi Fischerlehner,
underpins the action in parts with tapping and drum sounds.
Other passages develop a special synaesthetic appeal of
their own such as when Wilhelm covers a huge blackboard
with spidery, freely interpretable chalk drawings – reminiscent
of Rorschach – while the distinctive scratching sounds of
chalk on board resonate through the room. The miniatures
that make up the K-Projekt convey unobtrusive psychologizing
and a subtle treatment of different layers. At the end,
a solitary florescent lighting tube performs a mechanical
dance and dismisses the audience with the stage in semi-darkness. Those who want to set out for an evening walk
of their own.

 

 

Annett Jaensch, tanzpresse.de, 6 February 2014,
translation Yvonne Whyte

 


Kelche formen
Annette Jaensch, taz, 23.02.2013

-> ganzen Artikel lesen (PDF)



 


Forming chalices
Annette Jaensch, taz, 23.02.2013

-> click for whole article (PDF)

 


Wohlfühlen mit Wassertieren und Robotern

Wilhelm und Groener zeigen »Heilung«: Ein Sammelsurium aus roboterartigen Kampfmaschinen, quabbeligen Wasserinsekten und flimmernden Ziegen. Harmlos, aber am Ende dennoch sehr rätselhaft.

»Heilung« heißt das neueste, jetzt in den Uferststudios aufgeführte Stück der Compagnie WILHELM GROENER. „Heilung“ klingt gut, nach etwas, das wir uns alle wünschen. Und eben deswegen gleichzeitig auch unangenehm nach Manipulation und Verblödung. Hirn ausschalten und alles
ist gut. Im zeitgenössischen Tanz stehen zunehmend somatische Praktiken im Vordergrund und nichts anderes konnte man sich vorstellen, als dass die Choreografin
Mariola Groener und der Tänzer Günther Wilhelm, die gemeinsam die Compagnie WILHELM GROENER bilden,
all dies gründlich ironisieren. Aber dann rauschen die Wellen im Studio 1 der Weddinger Uferstudios und ganz ernsthaft und mit verspielter Freundlichkeit zelebrieren da drei Tänzer heilende Gesänge, Bewegungen und Tänze. Sie tun das ganz schlicht und ohne Pathos. Sie legen ihre Hände zusammen und beginnen zu summen. Einer nach dem Anderen legt den Kopf ab in diesen Schoß aus Händen. Das leise vibrierende Summen wird lauter und auf einmal treten die Tänzer zurück, öffnen den Raum, und es ist, als ob sich so der Klang, die Schallwellen ebenfalls weiten würden.
Das hat tatsächlich etwas Wohltuendes, aber dass man so gebannt und vergnügt zuschaut, hat einen anderen Grund. Es liegt eine merkwürdige Ambivalenz über dem Geschehen. Keiner der Vorgänge wird lächerlich gemacht oder diskreditiert. Nur einmal verwandeln sich Wilhelm, Ulrich Huhn und die bezaubernde Anna Melnikova in roboterartige Kampfmaschinen, die mit zackigen Kung-Fu-Bewegungen den Raum durchschneiden. Und am Ende flimmert das Bild einer Ziege über die Rückwand, die uns anschaut und offenbar zufrieden auf einer Wiese steht, mit einer dicken Kette um den Hals. Und zwischendurch verwandeln sich die drei auch in quabbelige Wasserinsekten. Ansonsten scheint alles sehr harmlos und trotzdem rätselhaft.

Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau 23.03.2013

 

 


Happy days with aquatic animals and robots

Wilhelm and Groener present »Heilung« [healing]: a collection of robotic fighting machines, squabbling water insects and flickering goats. Harmless at first, but ultimately mysterious.

“Heilung” is the name of the latest piece by the WILHELM GROENER company, currently showing at Uferstudios. »Heilung« sounds appealing, something we all desire. And for that very reason it also smacks of manipulation and the spread of stoopid. Turn off your brain and life's a picnic.With the growing tendency for foregrounding the somatic in contemporary dance one might expect choreographer Mariola Groener and dancer Günther Wilhelm to take an ironic swipe at the whole thing. But then waves start crashing in Studio 1 of Wedding's Uferstudios and three dancers embrace the healing of song, movement and dance in a mood of absolute earnestness and playful good humour.And they do this with no frills or pathos. They simply place their hands together and begin to hum. One by one they lay their heads in this lap of hands. The softly vibrating hum gets louder and suddenly the dancers pull back, opening up the space and the waves of sound seem to expand accordingly.
This does indeed have something therapeutic about it, but it's not what makes the piece so satisfyingly gripping. It's the strange ambivalence that hangs over the whole thing. Nothing is discredited or made to seem ridiculous. Only once do Wilhelm, Ulrich Huhn and the enchanting Anna Melnikova transform themselves into robotic fighting machines who cleave the space in jagged Kung Fu moves. And at the end the image of a goat flickers on the back wall, looking out contentedly from a meadow, a thick chain around its neck. And at some stage the three dancers are transformed into squabbling water insects. Apart from that everything seems utterly harmless and yet somehow mysterious.

Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung and Frankfurter Rundschau 23.03.2013

 


WILHELM GROENER
sind die Künstlerin Mariola Groener und der Tänzer Günther Wilhelm, die sich vor gut zehn Jahren in Berlin zusammengeschlossen haben. Stetig bringen sie seitdem Stück um Stück heraus. Es sind immer Aufführungen, die in stiller, konzentrierter Bastelarbeit entstanden zu sein scheinen, raffinierte Variationen und Weiterentwicklungen des auch gern mal als unsinnlich gescholtenen Konzepttanzes.
Freilich kann es nie ein Nachteil sein, das Denken vorangehen zu lassen, ein Nachdenken über die Anlage und das Anliegen eines Stückes. Dass jedes der WILHELM GROENER Stücke ein erkennbares Konzept, eine Idee als Startpunkt hat, das macht sie nicht trocken und nicht oberlehrerhaft. Vielmehr ist ihr Spiel mit der Form ein intellektuelles Vergnügen. Und gern spielt auch die Ironie mit, die beiden Künstler holen sie fleißig herein, etwa auch bei der jüngsten Produktion »JOY« vom Dezember 2011.
Als Zuschauer kann man mit einem Stück von WILHELM GROENER das Detail-Sehen trainieren. Denn es geht nicht um Spektakuläres, um körperliche Höchstleistungen, es geht um die Bedeutung hinter den kleinen, den alltäglichen Bewegungen, den Posen, hinter dem Vertrauten und dem Ungewöhnlichen. Ob sich drei Männer in einem Hotelflur mit Seelenruhe schieben und biegen, heben und schichten, knoten und stützen (»Hotel Hassler«, 2008), ob man den überwiegend behutsam sich bewegenden Menschen hinterm »Paravent Privée« (2005) beobachten muss, ob es berühmte Gemälde zu erraten gibt in den Positionen und Haltungen der Darsteller (»Am Bildaltar«, 2010): Die Kunst von Mariola Groener und Günther Wilhelm ist in einer Zeit der Aufgeregtheiten und Medien-Schnipsel von angenehmer Stille und Bewusstheit. Hier heißt es nicht: guck schneller! Hier heißt es: guck genauer! Man könnte es die Tanzentsprechung zur Slow-Food-Bewegung nennen.

Sylvia Staude, tanz Jahrbuch 2012


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WILHELM GROENER
are artist Mariola Groener and dancer Günther Wilhelm, who teamed up over a decade ago in Berlin, producing piece after piece ever since. Their performances all seem to stem from quiet moments of concentrated tinkering; they are refined variations and developments of conceptual dance, a form that some people like to criticise as lacking in sensuousness. But it's never a bad thing to let thinking take the lead, considerations about the work's construction and concerns. The fact that each of WILHELM GROENER's pieces has an identifiable concept, an idea as a starting point, doesn't make them dry or didactic. The formal play can be savoured intellectually. And irony makes regular appearances, with both artists industriously reeling it in, for example, in their last production »JOY« from December 2011.
WILHELM GROENER pieces sharpen an audience's eye for detail. They are not about spectacle or extreme physical performance, but focus instead on the meaning of small, everyday movements, poses, getting behind the familiar and the everyday. Whether you are watching three men placidly shoving and bending, lifting and layering, knotting and propping (»Hotel Hassler«, 2008), observing circumspect movements behind the »Paravent Privée« (2005), or trying to identify famous paintings in the poses of the performers (»Am Bildaltar«, 2010), the art of Mariola Groener and Günther Wilhelm always feels pleasantly quiet and purposeful in these hysterical times of soundbites and video snippets. The point is not to look more quickly, but to look more closely! You might call it dance's answer to Slow Food.

Sylvia Staude, tanz Jahrbuch 2012


 


… Im Kopf dagegen haftet »Am Bildaltar« des Berliner Duos WILHELM GROENER: Tänzer Günther Wilhelm und die bildende Künstlerin Mariola Groener entwerfen mit drei Darstellern einen kunsthistorischen Exkurs durch ikonografische Zitate – nicht ohne stille Komik ….

Gariella Lorenz, Abendzeitung, 06.11.2010

 


… In contrast, what sticks in the mind is »Am Bildaltar«
(At the Alter of Pictures) from the Berliner duo WILHELM GROENER: dancer Günther Wilhelm and visual artist Mariola Groener, along
with three actors, embark on an art historical excursion through iconographic quotes—not without subtle comic effect.

Gariella Lorenz, Abendzeitung, 06.11.2010

 

 

 

… Man starrt, erkennt das eine oder andere und siehe: Es geht ein Bild hinein und fängt im Herzen an zu sein. Das ist freilich nicht in jedem Augenblick fesselnd, sondern fordert Anstrengung und Willen zur Aufmerksamkeit. So wird diese meditative, fordernde Performance in ihrer in sich ruhenden Kargheit zur Antwort auf die Bilderflut.

Jan Stöpel, Kulturvollzug, das digitale Feuilleton für München, 03.11.2010

 

… You stare, recognizing a thing or two, and look over there:
an image enters into your heart and starts a state of being.
Each moment is not always compelling, but this calls for more
will and determination to stay on your toes. This meditative,
challenging performance with its internal sparseness is a response
to the overkill of images.

Jan Stöpel, Kulturvollzug, das digitale Feuilleton für München,
03.11.2010

 

 

 

Hier herrscht die Form

… Ein durch und durch geformtes Stück war schon am frühen Abend im kleinen i-Camp zu sehen gewesen. »Am Bildaltar« ist die nagelneue Produktion der Bildenden Künstlerin Mariola Groener und des Tänzers und Choreografen Günther Wilhelm, die seit 2001 als »WILHELM GROENER« zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass die beiden sich Gedanken gemacht haben über die Gesten und Haltungen auf Gemälden.
Einige der Gemälde sind unschwer zu identifizieren, zuletzt Manets berühmtes »Déjeuner sur l’herbe« mit der nackten Frau im Vordergrund – interessanterweise, noch ehe die Tänzerin ihren Rücken entblößt. Die für ein Wiedererkennen des Bildes ausreichenden Informationen sind offenbar ihre Körperhaltung und die Position der beiden anderen Sitzenden zu ihr. Beim Betrachten manch anderer Bewegungs- und Stellungsabfolgen der drei Akteure (neben Wilhelm sind das Maria Francesca Scaroni und Anna Melnikova) wiederum blitzt nur am Rande eine Bild-Erinnerung auf.
»Am Bildaltar« ist aber ohnehin weniger Ratespiel als Versuch, den Blick auf das Vertraute zu verändern. Plötzlich fällt einem auf, wie schrecklich unbequem einige der Posen sein müssen, die von Malern gern verwendet werden. Wie pathetisch, künstlich, in der Moderne auch affektiert andere wirken. Aber vor allem: wie viele Tote, Sterbende, Gequälte die Kunstgeschichte enthält – und freilich auch die Welt.

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 04.11.2010

 

The form rules here

Already early on in the evening in the small i Camp a thoroughly formed piece was shown. »Am Bildaltar« (At the Altar of Pictures) is the brand new production by the visual artist Mariola Groener and the dancer and choreographer Günther Wilhelm, who have been working together since 2001 as ' Wilhelm Groener'. With this background it makes sense that they have thought about both the gestural and postural language of painting.
Some of the paintings are easy to identify, not least Manet's famous 'Déjeuner sur l’herbe' with the naked woman in the foreground— interestingly created just through the dancer's exposure of her bare back. In order to have enough information to recognise the picture it is clearly enough to see her posture and the positions of the other sitters in relation to her. On the other hand, by watching some of the other movement and postural sequences of the other three performers (besides Wilhelm that is Maria Francesca Scaroni and Anna Melnikova), memories of pictures occur only fleetingly.
'Am Bildaltar' is anyway less about being a guessing game but rather is an attempt to change the familiar views of the images. Suddenly one realises how awfully uncomfortable some of the poses must have been which the painters liked using. One sees how in Modernism lofty, artificial and also affected others seem. Above all one sees how many deaths, dying and suffering scenes art history contains—as does, of course, the world.

Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude, 04.11.2010

 

 

 

Spröde und nachhaltig

Welchen Stellenwert haben Bilder im Hinblick auf unsere Versuche, Bedeutung zu generieren? – Ein spannendes und auch auf schöne Weise ironisches Experiment stellte in dieser Hinsicht das Künstlerduo WILHELM GROENER Mittwochabend bei DANCE im Münchner i-camp vor. »Am Bildaltar« lautet sein Titel und es ist eine weitere, zugegeben auch anstrengende, da teils sehr spröde daherkommende Kostprobe der neuen Arbeitsweisen im zeitgenössischen Tanz, die das Festival heuer vorstellen und diskutieren will. Sechzig Minuten lang verfolgte also das Auge, wie Groener und die beiden Tänzerinnen Maria Francesca Scaroni und Anna Melnikova eine Vielzahl an Gesten, Haltungen, Posen und Figuren mit großer Ruhe und nur sehr langsam bewegt in unterschiedlichen Konstellationen in die Stille des leeren Bühnenraums hineinstellten. Der aussterbende Bildungsbürger erhielt mit einem Augenzwinkern ebenso seinen Erkenntnisraum wie der sich gedanklich und emotional hineinbegebende zeitgenössische Wahrnehmungsaktivist.

Alexandra Karabelas, www.accesstodance.de, 04.11.2010

 

 

Brittle and enduring

What significance do images have in regard to our attempts to give them meaning? This thrilling and also in a good way ironic experiment was presented by the artist duo WILHELM GROENER at DANCE on Wednesday evening in the i camp in Munich. »Bildaltar« (Altar of Pictures) is the title and is another, albeit exhausting, partly very brittle upcoming taster of the new working methods of contemporary dance that this year the festival wants to present and discuss. For sixty minutes one's eyes follow the variety of gestures, postures, poses and figures that Groener and the two dancers Maria Francesca Scaroni and Anna Melnikova create with great ease. In the silence of the empty stage they move only very slowly in the different constellations. The dying breed of intellectual bourgeoisie also receives, with a knowing wink, their space of recognition in so far as they are mentally and emotionally made into contemporary activists of perception.

Alexandra Karabelas, www.accesstodance.de, 04.11.2010

 

 

 

»Am Bildaltar«, eine Uraufführung des Berliner Duos Günther Wilhelm/Mariola Groener, ist eine gleitende Folge von nachgestellten, fein ironisierten frommen Maler-Motiven. Eine volle Stunde lang formen sich sanft-behende Zweier- und Dreier-Figuren: andachtsvoll ergeben, das Aug' gen Himmel, mit offenen Armen den Segen von oben erhoffend oder im eingefrorenen Laufschritt dem Bösen entfliehend.

Malve Gradinger, Münchner Merkur, 05.11.2010

 

 

»Am Bildaltar« (At the Altar of Pictures) the première of the Berlin duo Günther Wilhelm/Mariola Groener, is a smooth succession of nicely ironic re-enactments of religious images from painting. For a whole hour the agile figures gently form into groups of twos or threes: thoughtfully produced, the eyes skyward, with open arms hoping for the blessing from above or in a frozen step fleeing from evil.

Malve Gradinger, Münchner Merkur, 05.11.2010

 

 



Tanz: Zeitraumexit widmet sich mit dem dreiteiligen Performance-Abend »gnadenlos zwei« der Schwierigkeit menschlicher Zweisamkeit. …

… Über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit und auch die thematische Zielsetzung hinaus gehen Günther Wilhelm und Mariola Groener (als Duo Wilhelm Groener) mit ihrer Performance »Zufall und Gnade« der Reihe »33 Skizzen«.

»Die Bedeutung der Bilder liegt auf der Oberfläche« befinden sie nach Vilém Flusser und widmen sich allgemeinen Gesetzen der Bildproduktion – und zwar an Schnittstellen von Bewegungstechnik und medialen Spiegelungen – mit christlicher Ikonographie und weltlicher Malerei. Groener liest, mit einem Leintuch markiert Wilhelm große Posen: Moses auf dem Sinai, Pietà, Verzückungen, Extasen, Auferstehung -quer durch die europäische Kunstgeschichte. Originell und handwerklich exzellent, aber doch auch selbstbewusst am Thema vorbei.

Ralf Carl Langhals, Mannheimer Morgen, 13.09.2010

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Dance: Zeitraumexit dedicate the three-part performance evening »gnadenlos zwei« (mercilessly two) to the difficulty of human partnerships. …

… Through their performance »Zufall und Gnade« (Chance and Mercy) from the series »33 Sketches«., Günther Wilhelm and Mariola Groener (the duo Wilhelm Groener) as well as transcending the evening's theme descend into the strange behaviour of mature urbanites during the mating season. They find that »the meaning of images resides on their surfaces«, as Vilém Flusser has it, and apply themselves to the prevailing rules of image production—in particular at the leading edge of movement technique and its mediated reflections—in Christian iconography and secular painting. Groener reads, Wilhelm with a linen sheet, adopts grand poses: Moses on Mount Sinai, the pietá, rapture, ecstasy, the resurrection —a tour through European art history. An original and excellently-crafted piece but also self-consciously avoiding the topic.

Ralf Carl Langhals, Mannheimer Morgen, 13/09/2010

 

 

 


»Am Anfang war das Ende«


... Weniger puren Tanz als eine bewegte Plastik von
kalkulierter Schwarz-Weiß-Ästhetik bis in die Kostüme hinein
bieten 60 Minuten lang WILHELM GROENER. Gemeinsam
mit Maria Francesca Scaroni, Ulrich Huhn und der versteckt
platzierten Sängerin Johanna Peine erzielen sie, diskret
hinter ihrer Rolle zurücktretend, eine reinigende,
entschlackende Wirkung beim Betrachter.

Volkmar Draeger, Neues Deutschland, www.tanznetz.de

-> ganzen Artikel lesen (PDF)



 


»
In The Beginning Was The End
«

... Rather than pure dance, for 60 minutes WILHELM GROENER
presents a moving sculpture of sustained black-and-white-aesthetics
right through to the costume design. Together with Maria Francesca
Scaroni, Ulrich Huhn and the hidden singer Johanna Peine, they
create a cleansing and purifying effect upon the spectator.

Volkmar Draeger, Neues Deutschland, www.tanznetz.de

-> click for whole article (PDF)

 

Die bildende Künstlerin Mariola Groener und der Tänzer und
Choreograf Günther Wilhelm haben eine eigene Art, die Welt
zu sehen. Eine sehr poetische Art. Die entfaltet sich vor allem
am Anfang und am Ende ihres jüngsten Stückes, das sich selbst
heraus nimmt, vom Anfang und vom Ende und von Himmel und
Erde zu sprechen. Ein Kerzenlicht erscheint da nur im dunklen Bühnenraum. Es fällt auf ein Gesicht. Beschwörend erheben
sich zwei Arme. Das Bild bleibt stehen, gefühlte Ewigkeiten lang.
Man ist in einem so reizvoll wie fremd anmutendem Ritual
in einem dunklen Haus im Prenzlauer Berg gelandet ...

Tom Mustroph, Zitty 24/09

 

...Visual artist Mariola Groener and dancer-choreographer
Günther Wilhelm have their own way of seeing the world—one that
is very poetic. This unfolds especially in the beginning and in the
end of their most recent piece that speaks of beginnings and endings
and heaven and earth. A candle light appears on the dark stage.
It lights a face. Imploringly two arms rise. This image is held for
what feels like an eternity. One ends up in a dark house in
Prenzlauer Berg amidst a ritual that is appealing and strange at
the same time.

Tom Mustroph, Zitty 24/09

 

 

 

… Das neue Stück von Günther Wilhelm und Mariola Groener,
die selber als charakteristische und starke Akteure zu sehen sind,
zeigt wieder ihr ästhetisches Können ...

Michaela Brzezinka, www.tanzpresse.de

 

... The new piece by Günther Wilhelm and Mariola Groener,
who appear themselves as distinctive and strong characters,
demonstrates once again their aesthetic skill ...

Michaela Brzezinka, www.tanzpresse.de

 

... Wie ein verrücktes Gebetsritual mutet das an, unheimlich
in seiner Obsessivität und gleichzeitig oft sehr komisch ...

Sophie Diesselhorst, www.kultiversum.de


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... it seemed like an insane praying ritual, sinister in its obsession
and at the same time often very funny...

Sophie Diesselhorst, www.kultiversum.de

 


....WILHELM GROENER’s Stück ist weniger eine Choreographie als bildende Kunst mit Hilfe von bestens beherrschten Tänzerkörpern, ein Spiel, das wirkt, als sei „Hotel Hassler“ so etwas wie das Personal von Gregor Schneiders „Haus u r“. Begleitet von einer sirrenden, knackenden, rumpelnden Soundcollage Titos entwickeln die drei Performer Situationen, in denen Komik und Schrecken auf beinahe schockierende Weise neben- und übereinander zu liegen kommen und pausenlos Assoziationen heraufbeschwören: Wenn zwei Menschen einen dritten umherschleudern, verformen, fallen lassen, wirkt das einerseits so lustig wie alte Chaplin- oder Laurel & Hardy-Filme, was zuweilen mit Tanzschrittchen und Slapstick-Stolpern noch betont wird. Aber es schmeckt eben auch nach Folter und Terror, es scheint eine Kreuzigung auf, und nicht zuletzt sind es Geräusche, Schreie, pfeifendes Atmen oder das dumpfe Poltern eines Kopfes, mit denen der Scherz in den Ernst kippt, sekundenschnell. Das Publikum, das gebannt zugesehen hat, applaudiert eifrig – in diesem Hotel möchte man zwar nicht wohnen, sehen aber will man solch eigenwillige Bühnenkunst gern öfter.

Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31.01.2010

 

 

WILHELM GROENER's piece is less choreography than visual art with the help of the utmost of disciplined dancers bodies. A game that operates as if the figures in "Hotel Hassler" were a kind of personnel for Gregor Schneider's "Haus u r". Accompanied by Tito's whirring, crackling, rumbling sound collage, the three performers develop situations in which comedy and horror almost meet and overlap in a shocking way while a continuous stream of associations are evoked. When two people spin around a third person, distorting and falling to the ground, on the one hand it is as funny as old Chaplin or Laurel & Hardy films, at times accentuated with little dance steps and slapstick trip-ups. At the same time however, there is a sense of torture and terror in the air, a crucifixion manifests; and not least through the sounds of screaming, wheezing breath or the muffled thump of a head, the joke tips into seriousness in a second. The audience, who had watched spellbound, applaud fervently – one wouldn't want to live in this Hotel but one would very much like to see such idiosyncratic art on the stage more often.

Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
31.01.2010

 


Erste Eindrücke von der Tanzplattform 2010

...Puristischer, konzentrierter und akrobatisch anspruchsvoller war der Auftritt der Tänzer in „Hotel Hassler“ des Choreografen-Paars WILHELM GROENER. Vom berühmten Haus an der Spanischen Treppe in Rom ist nur der Name geblieben – auf der schwarzen Bühne des Theaters Pfütze spielen drei Männer mittleren Alters alle Varianten zwischen Fallen, Liegen, Aufheben und Über-den-Boden-Schleifen von Körpern durch. Das wirkt, in fast vollkommener Schweigsamkeit, auf die Dauer immer unheimlicher, zumal das Aggressionspotenzial des Trios steigt, die Aktionen schmerzhafter werden. Zum Schluss stehen die drei Männer buchstäblich mit dem Rücken zur Wand, sinken wie tot zu Boden – der Schauder einschlägiger Hotel-Thriller lässt grüßen“

Thomas Heinold, Nürnberger Nachrichten, 27.02.2010

 

 


First impressions of the Tanzplattform (Dance Platform) 2010

Austere, concentrated and acrobatically demanding were the dancers' performances in "Hotel Hassler" by the choreographer-duo WILHELM GROENER. Only the name of the famous hotel on the Spanish Steps in Rome remains – on the black stage of the Theater Pfütze in Nuremberg three middle-aged men play out all the physical variants between falling, lying, lifting and creeping across the floor. The effect of this in almost utter silence, becomes ever more sinister over time, especially as the aggressive potential of the trio mounts and the actions become more painful. At the end the three men literally have their backs to the wall and sink as if dead to the floor – the shudder of the eponymous hotel thriller lets itself be known.

Thomas Heinold, Nürnberger Nachrichten, 27.02.2010

 


„Stücke mit klugem Konzept und funktionierender Dramaturgie, mit zum Thema passender Bewegungssprache waren rar – dazu gehören das im Frankfurter Rundschau-Feuilleton bereits besprochene „Hotel Hassler“ von der Gruppe „WILHELM GROENER“.

Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude, 01.März 2010

 

 

Pieces with a clever concept, a functioning dramaturgy and a movement language that fitted the theme were rare – but one piece that did this was "Hotel Hassler" by the group "WILHELM GROENER", already mentioned in the Frankfurter Rundschau culture supplement.

Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude, 01.March 2010

 


„Es hört sich schon vor Beginn an, als ob Knochen brechen, schwere Stiefel marschieren einen langen Gang bis ans Ende. Dann ist man im kahlen Geviert von Hotel Hassler – nicht in Rom, sondern im Theater Pfütze. Dort experimentiert dann eine knappe Stunde lang das Trio von WILHELM GROENER. mit menschlichen Gliedmaßen. Drei Männer zerren sich und ihre Körper über die Bühne – bis zur Unerträglichkeit für den Zuschauer. Sind das Erinnerungen an die Menschenexperimente in den KZs, sind das Versuche mit lebenden Dummys, die wie Kaugummi behandelt werden: mal chaplinesk, mal wie Bud Spencer und Terence Hill oder wie gefährliche Folter? Will das Stück von Mariola Groener und Günther Wilhelm Inhumanität anprangern oder ist es selbst zutiefst inhuman? Auf jeden Fall ist es ein interessanter und körperlich nahezu unerträglicher Beitrag zum „Statement“, das die „Tanzplattform 2010“ wieder sein wollte: one step ahead.“

Bayerische Staatszeitung 05.03.2010

 

 

From the beginning on, it sounds as if bones are breaking and heavy boots are marching down a long corridor to the end. Then one is in the stark quadrant of the Hotel Hassler – not in Rome, but in the Theatre Pfütze in Nuremberg. There, for almost an hour, the WILHELM GROENER trio experiment with human limbs. Three men drag themselves and their bodies across the stage until it is unbearable for the audience. Are these the memories of the human experiments in the concentration camps, are these tests with human dummies that are treated like they are rubber – sometimes Chaplinesque, sometimes like Bud Spencer and Terence Hill – or are they like dangerous torture? Does the piece by Mariola Groener and Günther Wilhelm wish to denunciate inhumanity or is it deeply inhuman in itself? In any case, it is an interesting and physically almost unbearable contribution to the statement that the Tanzplattform (Dance Platform) 2010 wants to be again: one step ahead.

Bayerische Staatszeitung 05.03.2010

 


Oft wird ein oder werden zwei der Körper in eigentümliche Positionen arrangiert, zuerst schlackern die so Arrangierten
wie Stoffpuppen, später machen sie sich dann auch brettsteif.
Ständig wechseln sie dabei die Rollen. Es ist, als sehe man
einem fremden und befremdlichen Ritual zu. Das keineswegs
langweilig wird, zumindest nicht während der 50 Minuten,
die »Hotel Hassler« dauert. Denn zwar hat das Stück
durchaus Struktur, Symmetrien und Wiederholungen.
Andererseits gibt es einem aber das intensive Gefühl,
dass alles passieren kann, in den Gängen dieses Hotels Hassler.

Silvia Staude, Frankfurter Rundschau, 18.02.2010

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Often one or two of the bodies would be arranged in specific
positions. At first, these were slack like cloth dolls, later stiff
as boards. These roles continually swapped. It is like watching
an alien and alienating ritual, that was in no way boring,
at least during the 50-minute duration of
»Hotel Hassler«,
because the piece had a thorough structure, symmetry and
repetition. On the other hand, it gave one the intense feeling
that anything could happen in the corridors of this “Hotel Hassler”. 

Silvia Staude, Frankfurter Rundschau, 18.02.2010
 


»Hotel Hassler«


... Vergleichbar stark in seiner grotesken Wechselwirkung von
gegenseitiger Manipulation und Passivität präsentierte sich im
i-camp die Uraufführung "Hotel Hassler". Das Trio des Berliner
Duos WILHELM GROENER (bestehend aus Günther Wilhelm und
der bildenden Künstlerin Mariola Groener) punktete zudem mit
wahnwitzigen Bewegungsverkettungen seiner drei Darsteller,
die wie ferngesteuerte Marionetten die Skala zwischen Empathie
und Grausamkeit ausloteten. Entscheidend dabei:
das perfekte Timing.

Vesna Mlakar, www.klassikinfo.de

 

 


»Hotel Hassler«


The premiere of “Hotel Hassler” at i-camp presented itself
as equally strong in its grotesque interplay of mutual manipulation
and passivity. The trio by the Berlin-based duo WILHELM GROENER (comprising Günther Wilhelm and the visual artist Mariola Groener),
is additionally punctuated with insane movement daisy-chains by their
three performers, who like remote controlled puppets explore the
spectrum between empathy and cruelty. The decisive factor:
Perfect timing.


Vesna Mlakar, www.klassikinfo.de

 

Peter Stamer macht aus der Berliner TANZNACHT 2008
ein Festival
...Die Aufführungen wurden gut angenommen ...
Ein Grund dafür liegt in der fast durchweg einleuchtend
getroffenen Auswahl. Sei es nun WILHELM GROENERs
geradlinige Studie über Körper-Masse und -Macht, die
mit ihrer grotesken Kombinatorik an die harten Kontraste
und ruckhaften Bewegungen des Stummfilms erinnert, ...

www.corpusweb.net, Constanze Klementz, 09.12.2008

 

Peter Stamer makes a festival out of TANZNACHT
BERLIN 2008
...The performances were very well received...
This was due to the well-chosen selection almost
all the way through. For instance WILHELM GROENER’s
straight-lined study on the body, mass and power,
which with their absurd combinations are reminiscent
of the hard contrast and jerky movements of
silent films ...

www.corpusweb.net, Constanze Klementz, 09.12.2008

 

 

...das Stück am Abend zuvor war trotzdem großartig.
Da sah man Günther Wilhelm steif wie ein Brett.
Die Arme abstehend und die Beine übereinander geschlagen
und genau so von einem Kollegen nur an der Halswirbelsäule
in die Höhe gehoben. Kein Körperteil hat nachgegeben.
Wie ein absurder, grotesker Gekreuzigter stand Wilhelm da.
Nur die Augen schauten aus dieser völligen Erstarrung gehetzt
nach rechts und links.Aggregatzustände nennen Groener und
Wilhelm diese Zustände völliger Erschlaffung oder Steifheit,
in die die drei Männer abwechselnd verfallen. Am Anfang wirkt
das wie ein Gag, nach und nach aber entwickelt sich daraus
eine geschlossene Welt mit eigenen Gesetzen und
Kommunikationsregeln.

Berliner Zeitung, Michaela Schlagenwerth, 06.12.2008

 

 

...the piece was brilliant. We see Günther Wilhelm stiff
as a poker. His arms sticking out, legs crossed, he is
lifted up in this particular position by a colleague, held
only by his cervical vertebra. No part of his body gave
way. Wilhelm stood there, as an absurd, grotesque
crucified man. Only his eyes looked left and right out of
this state of total torpor. Groener and Wilhelm call these
conditions »states of aggregate«, complete atony or stiffness
into which the three men alternately fall. In the beginning
it all seems like a gag, but it then gradually develops
into a different world with its own regulations and rules
of communication.

Berliner Zeitung, Michaela Schlagenwerth, 06.12.2008

 

 

...nachdem ich ein großartiges Tanzstück im Rahmen des
Tanz-Nacht-Festivals im alten BVG-Komplex gesehen hatte.
WILHELM GROENERs »Hotel Hassler« war umwerfend.
Eine Sache fiel mir auf, die anders war als in London:
Die Zuschauer scheinen das Stück auf der Bühne
aufmerksamer zu verfolgen. Sie vertiefen sich dort hinein.

Tagesspiegel online, Mark Espiner, 06.12.2008

 

… and I saw this astounding piece called
»Hotel Hassler«
by WILHELM GROENER that
was humorous, precise and disturbing in its analysis
of a body in torture.
Look out for it if it comes to the UK.“

The Guardian online, Mark Espiner, 05.12.2008

 

 

Spaß und Schrecken
Dance: »Hotel Hassler«
des Berliner Duos WILHELM GROENER

Das Duo aus Berlin beschwört in seinem Stück, das
den Namen eines Luxushotels in Rom trägt, den Charme
des Verwaltungsbaus. Die langsame Kamerafahrt einen
langen kahlen Gang entlang endet an einer Flügeltür.
Schritte hallen. Drei Akteure betreten durch den
Zuschauerraum die Bühne des i-camp. Die Groteske beginnt.
Günther Wilhelm, Assaf Hochman und Ulrich Huhn tragen
Hemd und zu kurze Bügelfaltenhose über dem Bequemschuh.
Sie manipulieren und werden selbst zum Objekt. Sie kippen
um und lassen sich steif wie ein Brett fallen, sie werden
über den Boden geschleift oder wie ein in Totenstarre
Verfallener gewendet, sie wuchten sich gegenseitig oder
balancieren aufeinander. Hochvirtuos ist das, ein Kraftakt
körperlichen Feintunings.

Die Uraufführung »Hotel Hassler« von WILHELM GROENER,
bestehend aus der bildenden Künstlerin Mariola Groener und
dem Tänzer-Choreographen Günther Wilhelm, zeigt den
Menschen als Skulptur, Schaufensterpuppe, Dummy,
als gequältes Objekt, als Präparat und animierte Kunstfigur,
die wie aufgezogen in chaplineskem Tänzeln oder absurdem Stechschritt über die Bühne geistert. Die Ursache-Wirkungs-
Kette ist hier ins Irrwitzige gesteigert.

WILHELM GROENER arbeiten mit der Materialität des Körpers.
So zeigen sie vom nüchternen Arbeiter bis zum Opferbild
Repräsentationen des Menschen und wie mit menschlichen
Körpern umgegangen wird. Das hat seinen Spaß und seinen Schrecken. Ein Höhepunkt des Festivals.

Süddeutsche Zeitung, Katja Schneider, 03.11.2008

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Amusement and amazement
Dance: »Hotel Hassler«
by WILHELM GROENER

In their new piece, carrying the name of a luxury hotel
in Rome, the Berlin-based duo evokes the charm of
an administrative building. A slow video tracking shot leads
across a long, bleak corridor and ends in front of a swing door.
Echoing footsteps. Three actors enter from the auditorium
onto the stage of i-camp theatre. The absurdity begins.
Günther Wilhelm, Assaf Hochman and Ulrich Huhn wear
shirts, cut  off trousers and comfortable shoes.
They move each other around, and become objects themselves.
They tilt and fall over, stiff as boards. They are dragged
across the floor or turned over as if in rigor mortis,
they heave and balance on each other. This is all performed
with great virtuosity, a show of strength in physical fine tuning.

The premiere of »Hotel Hassler« by WILHELM GROENER
(alias visual artist Mariola Groener and dancer/choreographer
Günther Wilhelm) shows the human being as a sculpture,
a mannikin, a dummy, an excruciated object, taxidermy
and animated art figurines which haunt the stage in
Chaplin-like dances or in an absurd goose-step. Here is
a chain of cause and effect gone mad.

WILHELM GROENER work with the materiality of the body.
Here they show human representations from working man
to victim and how the human body is treated. This is funny
and frightening at the same time. A highlight of the festival.

Süddeutsche Zeitung, Katja Schneider, 03.11.2008

 

(...) Und sehr komisch »Hotel Hassler« des Berliner
Duos (Günther) Wilhelm und (Mariola) Groener.
Drei Männer erstarren abwechselnd zu Schaufensterpuppen,
drehen, verbiegen, kippen sich gegenseitig und, angestoßen,
trippeln-torkeln wie trunkene Marionetten durch den Raum.
Da tanzen Bildende Kunst und zeitgenössischer Tanz lustvoll
einen bizarren Tango.

Münchner Merkur, Malve Gradinger, 03.11.2008

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(…) and very funny: »Hotel Hassler« by Berlin-based duo
(Günther) Wilhelm and (Mariola) Groener. Three men alternately
freeze into mannikins, turn, bend and tilt each other in turns and,
when bumped, they lurch scurrying through space like drunken
marionettes. Art and contemporary dance joyfully meet in
a bizarre Tango.

Münchner Merkur, Malve Gradinger, 03.11.2008
 


Geister
WILHELM GROENER mit »Wie ist dein Name«
im Ballhaus Ost

Adrett gekleidet mit schwarzen bis oben hin zugeknöpften
Hemden betreten Günther Wilhelm und Mariola Groener
den Raum, als ginge es um eine Powerpointpräsentation in
einem Wirtschaftsseminar. Auf einer Leinwand können wir
die ungelenken Buchstaben verfolgen, die Groener mit
linkischer Schrift auf die Folie malt: »Wahnsinn, ein Wunder!«.
Das klingt wie das Zitat einer Jahrmarktschreierin, die das schwebende Glas und die Monstrositäten ihres Kollegen
präsentiert – Wilhelm hat sich inzwischen wie von einem
hämischen Geist beseelt in andere Sphären begeben.
Er scheint im Raum zu schweben. Mit der Wiederaufnahme
des Stückes »Wie ist dein Name« unternimmt das Duett
eine Reise in die verborgenen Sphären der Geister und Toten,
in die irrationale Welt der Urinstinkte. Mit einem
dramaturgisch feinen Gespür für das richtige Timing und
einer Portion Selbstironie und Humor verwandeln die beiden
die Bühne zu einem Ort des spirituellen Exzesses und
der sinnlichen Extreme. Im flackerndem Stroboskoplicht
fallen alle menschlichen, zugeknöpften Hüllen; der wilde Tanz
mit den unsichtbaren Geistern gelangt zu einem nackten
Höhepunkt, dem man entrinnen will aber nicht kann.
So wie man auch der Vergänglichkeit nicht entrinnen kann.
Mit minimalistischem Einsatz von technischer und akustischer
Ausrüstung ist es Wilhelm und Groener gelungen, ein
vielschichtiges Stück zu kreieren, das durch seine durchdachte Dramaturgie und konsequente Performancearbeit besticht
und auch diesmal wiederdie unverkennbare Handschrift der
beiden Künstler trägt.

www.tanzpresse.de, 15.04.2008

 

 


Ghosts
WILHELM GROENER with »Wie ist dein Name«
in Ballhaus Ost

Neatly dressed in black buttoned shirts, Günther Wilhelm
and Mariola Groener step into the space as if they were making
a power-point presentation to a business seminar.
We see Groener awkwardly writing letters on the projection foil:
»Wahnsinn, ein Wunder!« (Wow, a miracle!). It sounds like
the cry of a carnival worker presenting her colleague’s hovering
glass and monstrosities—Wilhelm, in the meantime, has moved
into different spheres. He seems to float in space. With the revival
of their piece »Wie ist dein Name« (What is your name?),
the duo goes on a journey to the hidden spheres of ghosts and
the dead, into the irrational world of primary instinct. With their
dramaturgically fine sense of timing and a good portion of self-irony
and humour, the two transform the stage into a space of spiritual
excess and sensual extremes. They bare all in the flickering
strobe light—all human and buttoned-up; a wild dance with
invisible ghosts reaches a naked climax which one would like to
escape from but cannot—in the same way that one can’t escape
the past. Using a minimum of technical and acoustic equipment,
Wilhelm and Groener have managed to create a multi-layered
piece that is convincing in its elaborate dramaturgy and
consequent performance work, once again featuring the two
artists’ unique signature.

www.tanzpresse.de, 15.04.2008

  Zwischen spiritistischer Versuchsanordnung und den
Gespenstern, die die Medien ständig erschaffen,
bewegt sich das neue Projekt von WILHELM GROENER
alias Günther Wilhelm und Mariola Groener.
Abwesendes, Unsichtbares, nicht Greifbares wirkt nicht
nur in der Erinnerung an Tote oder der Verlassenheit
von Geisterstädten. Eine choreografische Recherche
über den Spuk hinter dem Spuk.

Tagesspiegel, 11.10.2007

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The new project by WILHELM GROENER, alias Günther Wilhelm
and Mariola Groener, moves between a spiritual experimental
procedure and the ghosts that are continually created by the media.
It is not only in remembering the dead or the emptiness of
ghost-towns that the absent, the invisible, the untouchable operate.
A choreographic research into the phantoms.

Tagesspiegel, 11.10.2007

 


RE(V)UE TOTAL, das Stück, an dem WILHELM GROENER
derzeit arbeiten, knüpft an ›Paravent privé‹ an und führt das
Thema von ›Textur‹ weiter: der Körper, dort Sender von Codes,
wird im nächsten Schritt zur Schnittstelle zwischen Privatem
und
Öffentlichem und in der jetzigen Arbeit zur multisignifikanten
Oberfläche... .Die Revue, in den 1920er Jahren Sinnbild von
Vergnügen und Verschwendung und die Kehrseite wirtschaftlicher
Depression, dient den Künstlern als Modell für den Blick auf
unsere Realität... .Die Treppe, als Ort der Präsentation des
Stars wie der Körperornamente Symbol der Revue schlechthin,
ist für WILHELM GROENER, die Spezialisten der Ambivalenz,
nicht nur Vehikel des Aufstiegs, sondern auch des Abstiegs,
Symbol der Überhöhung wie der Leere... . In der Einverleibung
und vielfachen Transformationen von Bewegungen, die
der Revue entlehnt sind, in den taumelnden, verzögerten,
reduzierten und auf Männerkörper projizierten Bewegungen
wird eröffnet, was die Revue, in der pausenlos etwas passieren
muss, panisch vermeidet – Leerstellen. Revue und Reue:
die Klammer im Titel verweist auf den Entzug, auf Fehlendes,
auf die ›Sehnsucht nach etwas, was jenseits des Angebots
liegt‹.

ballettanz – Das Jahrbuch, Edith Boxberger, September 2006

 


RE(V)UE TOTAL, on which WILHELM GROENER are currently
working, ties in to the work in »Paravent Privé
« and continues
the subject of »Textur
«. The body, once a transmitter of codes,
is in the next step an interface between the private and the
public and in the current piece a multi-significant surface...
The revue, in the 1920’s symbol of entertainment and
extravagance and on the flip side symbol of the economic
depression, serves the artists as a model to regard our
reality.
The flight of stairs, as a place for the presentation
of the stars as well as physical ornaments, the symbol of
the revue par excellence, is for WILHELM GROENER, these
specialists of the ambivalent, not only a vehicle for
ascendancy, but also of decline, a symbol of excess as well
as emptiness...In the embodiment and manifold trans-
formation of movements extracted from the revue–in these
floundering, delayed, reduced movements projected onto
the male body
something is revealed that the revue itself,
in which there must always constantly be action, tries to
avoid with a vengeance
emptiness. Revue and regret:
the bracket in the title refers something removed,
something missing, to the ›longing for something that lies
beyond what is offered‹.

ballettanz – Das Jahrbuch, Edith Boxberger, September 2006

   
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»In
Paravent privé agieren die Darsteller, zunächst im Dunklen,
in Plastikkuben. Sie machen den Zuschauer zum Voyeur.
Zugleich nimmt jeder Zuschauer dank der durchsichtigen Wände
alle anderen Zuschauer ebenfalls als Akteure wahr. Dann öffnen
und verschieben sich die Wände der transparenten Gelasse zu
labyrinthischen Gängen. Der vermeintlich private wird nunmehr
endgültig zum öffentlichen, von allen begehbaren Raum,
Performer und Zuschauer werden ununterscheidbar eins.
WILHELM GROENER gelingt es spielerisch und mit einfachen
Mitteln, die Frage nach dem Verhältnis von Darstellern und
Zuschauern neu zu formulieren.«

Süddeutsche Zeitung, Eva-Elisabeth Fischer, 01.03.2006
 
»In Paravent privé the performers first operate in complete
darkness, enclosed in plastic cubes, transforming the audience
into voyeurs. Due to the transparent walls, each member of the
audience at the same time also perceives the other audience
members as performers as well. Then the walls of the
transparent rooms open up and are moved to form labyrinthine
corridors. Assumed privacy has now finally become public space,
accessible to anyone. Performer and audience have become
one entity and indistinguishable from one another. With playful
and simple means, WILHELM GROENER have successfully
reformulated the relationship between performers and audience.«

Süddeutsche Zeitung, Eva-Elisabeth Fischer, 01.03.2006
 


»An welchen Koordinaten im Raum-Zeit-Gefüge Ordnung
in Chaos, Präzision in Auflösung zerfällt und zerbirst, dazu
könnte das Duo WILHELM GROENER eine Doktorarbeit
schreiben – den Stift in Ironie getunkt. Mariola Groener und
Günther Wilhelm, bildende Künstlerin und Tänzer/Choreograf,
vernetzen seit 2001 sowohl ihre Künste als auch ihre Namen
und die zu Zeichen stilisierten Körper. Als wollten sie in
faszinierend-perfekten Installationen an der Schnittstelle
zwischen privat und öffentlich den Geheimcode für Denk-
und Lebensmuster knacken, verordnen sie jeder ihrer Welten
Transformation. Messerscharfe Bewegungssprache gerät aus
den Fugen, sturztrunken straucheln gezirkelte Schritte, die
»Ortnung« von Pappkartons wird vom Fehltritt des Roboters
zerstört. Abstraktion ufert aus in Emotion, bis zum Stöhnen
Gebärender (»on the fly«). Überall im gläsernen Alltag droht
Entropie. Selbst in Paravent privé bleibt Intimstes den
Zuschauern nicht verborgen. Die Wände transparenter Boxen
verschieben sich und saugen die Voyeure gnadenlos hinein
ins Labyrinth des Kontrollverlusts.«

Publikation Tanzplattform, Irene Sieben, 2006

 

 
At which coordinates in the space-time continuum order bursts
into chaos, precision disintegrates into dissolution – the duo
WILHELM GROENER could write a doctoral thesis about that,
with an irony-tipped pen. Mariola Groener and Günther Wilhelm,
visual artist and dancer/choreographer respectively, have been
linking their arts and names since 2001, to symbols of stylised
bodies. As if they wanted to crack the secret code for thought-
and living-patterns, they prescribe transformation to each of
their worlds, in fascinatingly perfect installations at the interface
between the private and the public. A razor-sharp movement
vocabulary is turned completely upside down, measured steps
stumble drunkenly, the „orderliness“ of cardboard boxes is
destroyed by a robot’s false step. Abstraction laps over into
emotion, to the moaning of mothers in labour (»on the fly«).
The entire, smooth everday routine is threatened with entropy.
Even in the
Paravent privé, the most intimate things do not
remain hidden from the spectator. The walls of transparent
boxes shift and suck the voyeur mercilessly up into a labyrinth
of lost control.«

Publikation Tanzplattform, Irene Sieben, 2006
 

Neun Würfel, aus Holzlatten gezimmert und mit Plastikfolie
bespannt, stehen in drei Dreierreihen in einem leeren Raum.
Die Zuschauer flanieren auf den schmalen Pfaden zwischen
ihnen hindurch und bleiben vor dem einen oder anderen Würfel
stehen, in dem sich ein Tänzer oder eine Tänzerin,
eingesponnen in ihre eigene Welt, auf je eigene Art bewegen.
Nur durch die dünne Membran sind wir von dem Körper, der vor
uns in dem Kubus in aller Seelenruhe ein Aufwärmexercise
durchführt, getrennt. Wir spiegeln uns in der durchsichtigen Folie
und scheinen plötzlich neben dem Tänzer zu stehen, obwohl wir
uns doch draußen in einem anderen Raum befinden. Das Licht
macht den Spiegel matt. Der feste, nackte Körper vor uns und
neben uns fängt allmählich an zu leuchten, gerade so, als wäre
seine Haut durchsichtig und sein Körper eine reine
schimärenhafte Illusion unserer Wahrnehmung.
Tanz ist zwar die Kunst der Bewegung, doch war diese bisher
stets an den Ort gebunden, den der Tänzer mit seinem Körper
einnimmt. Damit einher ging die Vorstellung einer körperlichen
Identität, die an die Grenzen des Körpers und damit an die
Grenzen des Subjekts gebunden schien. Doch wo hat der Körper
im zeitgenössischen Tanz, wie in der hier beschriebenen Szene
aus der Tanzinstallation
Paravent privé des Berliner Duos
WILHELM GROENER, noch seinen Ort? Wo hört der Körpern
des Tänzers auf und wo beginnt mein eigener? Kann man
angesichts der sich überlagernden Bilder überhaupt noch von
»eigen« sprechen? Wie stellen sich Tänzer und Choreografen
während der Vorstellung die imaginäre Beziehung mit dem
Publikum vor?

Publikation Tanzplattform, Gerald Siegmund, 2006

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  Nine cubes, made out of wood and covered with plastic film,
stand in two rows of three in an empty space. Spectators stroll
along the narrow paths between them and Stopp a while in front
of one or another of the dice, in which a male or female dancer,
cocooned in his or her own world, moves in his or her own
individual way. We are separated from the bodies calmly carrying
out warm-up exercises in the cubes before us only by thin
membranes. We are reflected in the transparent film and seem
to suddenly stand next to the dancer although we are actually
in a different space outside. The light makes the mirror dull.
The solid, naked body before or beside us gradually begins
to glow, just as if her skin were transparent and his body purely
a chimera-like illusion created by our perception.
Dance may bet he art of movement yet it was always bound
to the place occupied by the dancer´s body. This implied the
idea of physical identity, which seemed bound to the limits
of the body and hence to the limits of the subject. But where
does the body now, in contemporary dance, such as in the scene
described above from the dance installation
Paravent privé
by Berlin-bades duo WILHELM GROENER, have ist place?
Where does the dancer’s body end and my own begin? In view
of the superimposed nature of various images, can one still
speak of an »own« body at all? How do dancers and
choreographers envisage the hypothetical relationship with
the audience during performance? How does contemporary
dance position itself in relation to the other arts, and which
questions does it thereby ask of ist own traditional ideas of
subjective expression and indentiy?

Publikation Tanzplattform, Gerald Siegmund, 2006
 


»Seit dem Jahr 2000 arbeiten der Tänzer Günther Wilhelm
und die bildende Künstlerin Mariola Groener unter dem Namen
WILHELM GROENER schon zusammen. Ihre Projekte, die am
HAU gezeigt werden, gehen stets von einem Thema aus, das
mit Bewegung wie mit bildhaften Mitteln gleichermaßen
behandelt wird. In ›TEXTUR/tour de force‹ haben sie sich des
Themas ›Schrift‹ angenommen. Mit fünf Overheadprojektoren,
die zeitweise als einzige Lichtquelle dienen, werden
Schriftzeichen an die nackten Wände geworfen. Die Lichtquadrate
dienen als Flächen für die streng in Schwarz/Weiß gekleideten
Tänzer, die sich mit kalligrafischem Schwung winden wie ein
Pinsel auf einem Blatt Papier. Ihr jüngstes Stück

Paravent privé
lädt den Zuschauer dazu ein, sich zwischen verschiedenenquadratischen Räumen hindurchzubewegen,
um sich seineeigene Bühne auszuwählen.«

theater heute, Gerald Siegmund, 10/2005

 

 
»The dancer Günther Wilhelm and artist Mariola Groener have
worked together since 2000 under the name WILHELM GROENER.
Their projects, shown at HAU, take as starting points subjects,
which are equally explored through movement as through the
use of sculptural materials. In ›TEXTUR/tour de force‹ , they
have taken on the subject of ›writing‹. Using five overhead
projectors, sometimes the only light source, letters are projected
on the naked walls. The squares of light are used as a space for
the dancers, dressed in severe black and white clothes, who twist
like a brush on white paper. Their recent piece
Paravent privé
invites the audience to move between various square rooms and
choose their own stage.
«

theater heute, Gerald Siegmund, 10/2005
 


»Die Gastspiele bestätigten dann das konzentrierte
Qualitätslevel des Festivals. Neben WILHELM GROENERs
Paravent Privé und Manos Tsangaris ›Festival Suite‹,
die sich auf je unterschiedliche Weise mit Funktion und
Gestaltung des Raumes auseinander setzen, standen
dafür vor allem die Arbeiten von Jerome Bel und
Régine Chopinot.«

Theater der Zeit, Hans-Christoph Zimmermann, 11/2005
zum Festival Dampf 05 in Köln

 

 
»The performances confirm the concentrated level of
quality of the festival. Paravent privé by WILHELM GROENER
and ›Festival Suite‹ by Manos Tsangaris, which both deal
in different ways with the function and design of space,
and especially the works of Jerome Bel and Regine Chopinot
stand for this.«

Theater der Zeit, Hans-Christoph Zimmermann, 11/2005
on the Festival Dampf 05 in Cologne

 

»In der szenischen Installation Paravent Privé nun liefert
WILHELM GROENER dem Publikum eine Peepshow mit
Reflexions-angebot: Der Zuschauer wandelt zwischen neun
halbtransparenten Quadern umher, hinter denen Menschen
sich scheinbar ganz privat fühlen: Die eine fläzt am Boden und
telefoniert, ein anderer stählt mit Liegestützen seinen Körper
und eine dritte verrenkt sich, um auf ihren Fußnägeln
herumzukauen – der ganz normale Wahnsinn also, den man
bei durchsichtighen Wänden in jedem Mietshaus beobachten
könnte... Durch die Veränderung des Lichts werden bald schon
die Zuschauer, die neugierig in die Räume starren, selbst Teil
der Performance. Die Rolle des Voyeurs weckt eben in Zeiten
medialer Selbstentblößungen kaum mehr Skrupel. Doch die
Produktion von WILHELM GROENER ist jenseits solcher
Moralismen. Sie begegnen ihrer eigenen Fragestellung nach
öffentlicher Neugierde einerseits und liebesbedürftigem
Exhibitionismus andererseits vor allem mit Humor.«

WDR 3, Mosaik, Nicole Strecker, 06.09.2005

 

  »In their scenic Installation Paravent privé WILHELM GROENER
offer the audience a peepshow with the possibility of reflection.
The spectator wanders between nine half transparent cubes,
in which the person inside is seemingly feeling very private:
one is lying on the floor while making phone calls, another
one is shaping his body by doing push ups and a third one is
contorting herself to chew on her toe nails—the normal madness
which could be observed in every house if the walls were
transparent... By changes of light, the audience, who stare
curiously into the rooms, soon becomes a part of the
performance. The role of the voyeur is no longer a scrupulous
act in times of medial self-exposure. WILHELM GROENER’s
production however is beyond such moralizing. They confront
their own interest in public curiosity on one side and love-hungry
exhibitionism on the other most of all with humor.«

WDR 3, Mosaik, Nicole Strecker, 06.09.2005
 

»...war die Kölner Halle Kalk beim Festival Dampf 05
ein Ort der Begegnung mit aktuellen Tendenzen der
internationalen Tanz- und Performancekunst. Der Fokus
lag auf interdisziplinären Projekten und auf Raumkonzepten,
die das kreative Potenzial der Halle Kalk eindrucksvoll unter
Beweis stellten. Vier ausverkaufte Vorstellungen, die überaus
positive Resonanz beim Publikum und die Pressekritiken
zeugen von einem großen Erfolg des Projekts...
Einer ganz anderen Sprache bediente sich das Berliner
Künstler-Duo WILHELM GROENER. Mit soziologischer Liebe
zum gesellschaftlichen Detail erforschte die Performance
Paravent privé die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und
Privatheit. Den Rahmen für das lebendige Museum
menschlicher Verhaltensweisen bildete die imposante
Architektur der Museumshalle Kalk.«

ZDF-Theaterkanal

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  »...the Kalk Halle in Cologne was a place to encounter current
tendencies in the international dance and performance arts at
the festival Dampf 05.The focus was on interdisciplinary projects
and on spatial concepts, which proved the creative potential of
Halle Kalk impressively. Four sold out performances, very
positive resonance from the audience and the critics are witness
to the great success of the project... The Berliner artist duo
WILHELM GROENER is made use of a very different kind of
language. With sociological love for social detail the performance
Paravent privé explored the boundries between public and
private. The impressive architecture of the Museumshalle Kalk
provided a framework for this living museum of human
behaviour.«

ZDF-Theaterkanal
 


»Nicht eine Choreografie nennt sich die neue Arbeit
Textur_tour de force des Duos WILHELM GROENER,
sondern eine ›Typochoreografie‹. Was soll das sein?
Ein ›Bewegungstext‹, also eine Art schreiben mit Körpern.
Dabei wird mit dem Anschein von Entzifferbarkeit,
also der ganz wörtlichen Lesbarkeit von Bewegung ebenso
gespielt wie mit ihrer Rätselhaftigkeit, die doch scheinbar
eine Welt außerhalb unserer sprachlichen Begriffe anspricht.
Aus einem komplexen tänzerischen Netz soll sich die
einzelne Geste herausschälen wie der Buchstabe aus dem
Bedeutungsgeflecht eines Textes, wo ein A, B oder C,
so isoliert als Zeichen betrachtet, selbst gar keinen Sinn
mehr transportiert. Ihre Recherche über Sinnvermittlung
und Kommunikation betreiben WILHELM GROENER mit
einem neunköpfigen Ensemble, das seine Darsteller bewusst
in unterschiedlichen Kultur- und Sprachräumen fand.«

Berliner Morgenpost, 2004

 

 
»Not choreography is the new work
Textur_tour de force
by WILHELM GROENER called, but ›typochoreography‹.
what’s that? A ›movement text‹, thus a kind of writing with
the body. The supposed decipherability as well as the obscurity
of movement, as it appears to be always addressing itself to
a world beyond terminology, are played upon in ›
Textur_
tour de force
‹. The individual cipher is carved out of the
complex dance net and eventually no longer transports any
meaning—just like the letters A, B or C, once separated from
the network of significances in a written text are devoid of all
meaning. WILHELM GROENER undertake this research on
communication and semiologics with a cast of nine performers,
purposefully picked from diverging cultural and linguistic
backgrounds.«

Berliner Morgenpost, 2004
 

»Entwickelt man ein Stück über den Zusammenhalt von Tanz
und Schrift, führt das unweigerlich dazu, über Choreographie
als schriftliche Spurlegung von Bewegungsabläufen nachzudenken
und den Körper einmal mehr als räumliche Bewegungsmuster
generierend. Hierüber, so scheinen Günther Wilhelm und
Mariola Groener in ihrem neuen Stück Textur_tour de force
übereingekommen zu sein, erschließen sich auch die
Beziehungen der Tänzer untereinander. Formationen von
Körpern im Raum, Figurationen einzelner Bewegungsmotive
auf geometrisch klar definierten Wegen. In dieser Weise
präsentierte sich der erste Teil des einstündigen Abends,
der am Berliner Hebbel am Ufer Premiere hatte... dem
Auge präsentierte sich eine geschlossene Sinnordnung
von Bewegungen, die Flair und Witz aus der Einfacheit
der Abläufe gewann und jedes noch so schlichte Verrücken
der choreographischen Gesamtformation als markantes
Zeichen deutlich machte.«

Tanzjournal 4*04, Sabine Huschka

 

  »If one develops a dance piece on the links between dance
and writing, it inevitably leads towards reflections on choreo-
graphy as a scriptural tracking of movements and on the body
as generating movement patterns in space. Günther Wilhelm
and Mariola Groener have apparently agreed, that it is this
aspect that the relationship of the dancers towards each other
is structured around: Formations of bodies in space, figurations
of single motives on geometrically clear-cut paths.
In this manner, the first part of the one hour long piece which
premiered at the Hebbel am Ufer was presented... the closed
and complex arrangement of movements wins its flair and
humour out of its simplicity. Ever so small shifts in this choreo-
graphic order become immediately apparent and set significant
marks.«

Tanzjournal 4*04, Sabine Huschka
  »In Textur_tour de force wird alles zur Schrift:
die 5 Tänzer und Tänzerinnen, jeweils mit einer anderen
Nationalität und einem anderen Schriftsystem ausgestattet, beschreiben buchstäblich den gesamten sie umgebenden
Raum... als litten sie alle unter der Flüchtigkeit und Offenheit
ihrer Kunst, tanzen und schreiben die fünf in einer wahren
tour de force gegen die Tücken des Mediums an, ständig auf
der Suche nach dem Missverständnis, dass es auszulöschen,
wegzuwischen und zu korrigieren gilt, dass sie aber immer
wieder neu produzieren. Jede ihrer Bewegungen, die mal
an traditionellen indischen Tanz, mal an Disko und immer
wieder an Alltagsgesten erinnern, eröffnet wieder neue Bedeutungsschichten. Dieser Kommunikationseifer hat
etwas Verbissenes, fast Tragisches, aber WILHELM GROENER
gelingt es, die Komik der Situationen stets herauszuarbeiten.
Was hier zum Lachen reizt, ist nicht die Albernheit des
verzweifelten künstlerischen Bemühens, auf der Bühne so
präzise und gültig wie möglich zu sein. es ist die Absurdität
eines Blicks, der ständig bemüht ist, zu entschlüsseln und festzuhalten, das entscheidende Zeichen, das wahre Wort
ja nicht zu verpassen, um so Ordnung in die Dinge zu bringen,
die auf der Bühne passieren. es ist die Absurdität unseres
eigenen Blicks und unseres Verlangens, verlässliche Urteile
zu fällen über das, was uns umgibt.«

Philip Laurenz, 2004

 

»In Textur_tour de force everything turns into writing.
The five dancers, each from a different nationality and equipped
with a different scriptural system, literally write on the whole
space surrounding them. As choreographic ciphers they inhabit
the floor, armed with markers they fill the walls, inch by inch,
until the walls become more projection screens of an absurd will
for linguistic expression of each and everything. Thus, as soon as
the dancers have finished introducing themselves to the audience
in short, signature-like solos sequences, they start to transform
these movement sequences into wild charts made up of seemingly
random symbols, words and abbreviations. As if suffering from
the precariousness and openness of their art the five performers
dance and write on against the malices of their medium in a true
tour de force—every possible misunderstanding has to be erased,
wiped out, corrected. The irony lies in the fact that with each
attempt to be more precise, new misunderstandings arise.
Each movement—be it reminiscent of classical indian dance,
disco or everyday gestures—inevitably opens up new possibilities,
new levels of meanings and new misunderstandings. This relentless communication effort can seem quite grim and even tragic,
yet WILHELM GROENER manage to always let the humour of
the situation surface. What causes us to laugh here is not the
silliness of the desperate artistic struggle for precision and
validity. It is the absurdity of a view that is constantly searching
for the clue, the meaningful signs, the moment of significance
that ultimately brings an order to all the things happening on
stage. It's the absurdity of our own gaze and our own desire,
to make valuable statements about that which surrounds us.«

Philip Laurenz, 2004


 


…In “Teilstücke / time is relative” von WILHELM GROENER
geht es dagegen streng und unterhaltsam zu. Günther Wilhelm
und Mariola Groener arrangieren mit zwei weiteren Tänzern
“30 Minuten Lichtposing”. Man exerziert inhaltsleere
Körperbildchen aus Pop und Show mit trocken distanziertm
Humor und etwas viel Muße. Ein kontrastreicher Tanzabend.

Berliner Morgenpost, cok, 29.11.2003

 

 

 

In “Teilstücke / time is relative” by WILHELM GROENER,
there is an adversely austere and entertaining approach.
Günther Wilhelm and Mariola Groener arrange with two other dancers
“30-minute light poses”. Somewhat at leisure one examines vacuous
body images from pop and show business with a dry, distanced humour.
An evening of dance rich in contrasts.

Berliner Morgenpost, cok, 29.11.2003
 


»Der Sturz und der Tanz, sie schlossen sich so lange aus
wie die perfekt ausgeführte Bewegung im Mittelpunkt stand.
Längst geht es im zeitgenössischen Tanz aber um andere
Dinge, und so darf man gespannt sein, was das Künstlerduo
WILHELM GROENER aus seinem Thema des Strauchelns,
natürlich auch als Synonym für das Scheitern entwickelt.
An der Schnittstelle von Choreografie und Bildender Kunst
gibt ein mit einfachen Mitteln raffiniertstrukturierter Raum
dem Stück seinen Rahmen vor und fordert die beiden
Performer zur unmittelbaren Auseinandersetzung heraus.
Spannende Sache!«

zitty 13/2003

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»The fall and the dance excluded each other so far as
the perfectly executed movement is the center of attention.
But contemporary dance has already long been dealing with
other things and therefore we are eager to see what the artist
duo WILHELM GROENER developed on the subject of falling,
which is also a synonym for failure. At the intersection of
fine arts and choreography, a simply structured space provides
the framework for the piece and forces the two performers
in direct action.
Exciting!«

zitty 13/2003
 


»Bauchige, zergehende Objekte ziehen langsam durch
die Projektion auf Bühne und Boden... das mikroskopisch-
surrealistische Bild stoppt. die Bühne erscheint im grellen
Weiß. im schwarzen Anzug steht er da, der lange Tänzer,
und beschmiert sein Haupt mit schwarzer Paste. Mit der
Tanz-Video-Performance
Getrennte Präsenz von
Günther Wilhelm und Mariola Groener startete das Theater
am Halleschen Ufer in sein neues Festival ›springrolls‹.
Nicht unbedingt leicht und locker diese erste Kost, aber
nachhaltig in der Wirkung ...
›Getrennte Präsenz‹ist nicht nur das Thema der Performance,
sondern beschreibt auch die Form der Bühnendarbietung.
Das Video überlappt sich nicht mit dem Tanz, sondern gibt
den Rahmen. Würde dieser ›Antitanz‹ wirklich nur reine
Bewegungsformen umkreisen, wäre der Reiz schnell erloschen.
Doch wenn Wilhelms Kopf langsam im Jackett entschwindet,
der Körper nur noch den Rücken freigibt, dann scheint der
Tanz aufgelöst zu sein und verbleibt in einer Hülle zwischen unerklärlichem Ekel und unheimlicher Anziehungskraft.
Nach dieser surrealen Geometrie der Bewegung bringen
die ›springrolls‹ weitere Tanzkuriositäten.«

Berliner Morgenpost, 10.03.2002


 
»Bulgy, dissolving objects move slowly through the projection
over stage and floor ...the microscopic-surrealistic picture stops.
The stage appears in glaring white. The tall dancer stands in
a black suit and covers his head with black colour.
Theater am Halleschen Ufer starts it’s festival ›springrolls‹
with the dance-video-performance Getrennte Präsenz, created
by Günther Wilhelm and Mariola Groener. This first fare is not
unconditionally light and loose but is enduring in its effect...
›Getrennte Präsenz‹ (divided presence) is not only the theme
of the performance but also describes the form of the stage-
presentation. the video does not overlap with the dance but
creates the frame. if this ›anti-dance‹would only circle around
pure movement-forms, the attraction would soon be over.
but when Wilhelm’s head slowly disappears into the jacket and
only the back of his torso is revealed, the dance seems to
dissolve, remaining in a space between inexplicable repulsion
and sinister attraction. After this surreal geometry of movements,
›springrolls‹will show other dance-curiosities.«

Berliner Morgenpost, 10.03.2002
 

»...Diese Bewegungsrudimente erscheinen wie entfremdet
vom starren und steifen, wie festgenagelten Körper...
Der Mann, der mal wie im Scherenschnitt tanzt,
mal wie mit scharfer Feder in die weiße Bühnenwand geritzt
erscheint...«

Radio Kultur (sfb/orb), 10.03.2002

 

  »...these rudimentary movements appear alienated from
the rigid and stiff, nailed down body...the man who dances
one time like a cut-out appears another time as though
he were scratched into the white stage-wall with a sharp quill.«

Radio Kultur (sfb/orb), 10.03.2002
 


»Günther Wilhelm, Berliner Tänzer und Winkelwesen
auf der Kreuzung von mobilem Verkehrszeichen und Nosferatu,
steigt einer fliege nach.«

Kreuzer/Leipzig, Februar 2002

 

 
»Günther Wilhelm, Berlin dancer and angle-creature,
pursues a fly in a hybridization of mobile traffic-sign
and nosferatu.«

Kreuzer/Leipzig, Februar 2002
 


» ...mehr Vitalität beweist Günther Wilhelm,
der bei Vorgang benutzt_monoschwärmen bis
das material greift
in Zusammenarbeit mit
Mariola Groener seine präzise Tanztechnik mit fein
ziseliertem Witz verbindet...«

schwärmen.bis das Material greift!
Die Berliner Tanzszene aus der Sicht eines Nichtberliners.
Ein Schnappschuss. in ›tanz made in berlin-Choreografen
und Kompanien‹, Helmut Ploebst, 2002

 

 
» ...more vitality is proved by Günther Wilhelm, who—
in
Vorgang benutzt_ monoschwärmen bis
das material greift
(›process used. monoswarming until
the material takes hold‹), a co-operation with Mariola Groener
—combines his precise dance technique with finely honed wit...«

swarming until the material takes hold!
berlin’s dance scene. as seen by a non-berliner.
a snapshot. in ›tanz made in berlin-Choreografen
und Kompanien‹, Helmut Ploebst, 2002
 


»... Vorgang benutzt mutet wie eine Folge physischer
Morsezeichen oder kinematischer Körperchiffren an.
Ruckhaft maschinell sind die Bewegungen, die unter einem
Dom aus Glockenklang und Vogelzwitschern stattfinden.«

Berliner Morgenpost, 11.03.2000

 

 
»... Vorgang benutzt looks like a sequence of physical
morsecode signs or cinematic body codes. the movements,
which take place under a dome of bell chlangs and bird twitter,
are mechanical and jerky.«

Berliner Morgenpost, 11.03.2000
 

»...mathematische exakte Bewegungen mit Signalwirkung.«

Die Welt, 14.03.2000

  »...exact mathematic movements with signal effect.«

Die Welt, 14.03.200
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